Bibliotheken Festival NÖ – Renate Welsh liest aus „Ich fall mir selbst ins Wort“
Auf Einladung der bibliothek st. martin liest Renate Welsh – in der Woche „Bibliotheken Festival Niederösterreich“ – am Mittwoch, 10. Juni 2026, um 19 Uhr im Albrechtsbergersaal aus ihrem Roman „Ich fall mir selbst ins Wort“.
»Ich fall mir selbst ins Wort« handelt von einer unglücklichen Kindheit im Zweiten Weltkrieg, vom Gefühl der Unzugehörigkeit zwischen Wien und dem Ausseerland und einer jungen Halbwaisen, die ihren Vornamen trotzig gegen ein unpersönliches »Dieda« getauscht hat. Renate Welshs gleichnamiger Erfolgsroman erschien erstmals 2002 und wird in ihrem neuen Buch einer literarisch bezwingenden Revision unterzogen. Den ursprünglichen Romantext hat die Autorin mit neuen Fragen und Erzählungen versehen und wir nehmen als Lesende teil an einem berückenden Zwiegespräch über alte Wunden und tröstliche Zuversicht, die Literatur und das Wesen der Erinnerung.
Zitat Renate Welsh: »Wie man im Fotoalbum vergangener Tage blättert, wo Schnappschüsse oft ohne erkennbare Logik oder Chronologie nebeneinanderstehen, suchte ich in meinen Erinnerungen gemeinsame frühe Erlebnisse, fand wenige Bilder, eigentlich Kürzestfilme, die plötzlich abrissen.«
Das Team der bibliothek st. martin lädt im Anschluss an die Lesung zum Gespräch bei einem Buffet.
Alle Infos auf einen Blick
Wann:
10.06.2026 um 19:00 UhrWo:
AlbrechtsbergersaalMartinstraße 38,
3400 Klosterneuburg
http://www.bibliothek-stmartin.at
uschi.swoboda@aon.at
"Ich fall mir selbst ins Wort":
Berührende und informative Darstellung eines Mädchenschicksals verbunden mit Reflexionen über das Erinnern, die zum Nachdenken anregen. (BO)
In ihrem 2002 erschienenen Roman »Dieda oder Das fremde Kind« hat Renate Welsh ihre Vergangenheit literarisch verarbeitet: Ein achtjähriges Mädchen erlebt das letzte Kriegsjahr 1945 in Bad Aussee. Aufgrund des bedrückenden Gefühls der Fremdheit in der Familie ihrer Stiefmutter nennt sich die Protagonistin nur mehr »Dieda«. Ihr Alltag ist geprägt von Einsamkeit, Ungleichbehandlungen, Abwertungen, Gewalterfahrungen und Schuldgefühlen. Sie möchte dazugehören und hat gleichzeitig den Wunsch, sich abzugrenzen. Rückhalt findet »Dieda« bei ihren Stiefcousins, ihrer Freundin Gretel sowie den Großeltern. »Ich fall mir selbst ins Wort« enthält große Teile von »Dieda«, stimmig eingebettet in eine ausführliche neue Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer Lebensgeschichte, welche nicht zuletzt durch Äußerungen ihres Umfelds zu »Dieda« in Gang gebracht wurde. Passend dazu beschäftigt sich der Text mit der Frage, welche Erinnerungen auf eigenen Erfahrungen beruhen, mit den Diskrepanzen zwischen eigenen und fremden Wahrheiten sowie der Erkenntnis, dass eine gemeinsame Vergangenheit sowohl verbinden als auch trennen kann. Renate Welshs Gedanken über ihren Umgang mit den unterschiedlichen Reaktionen ihrer Familie auf ihr Schreiben eröffnen einen Einblick in ein Autorinnenleben. Insgesamt eine Empfehlung – unabhängig davon, ob man »Dieda« gelesen hat oder nicht.
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten, Maria Haidinger


