Schließen

Kontakt & Öffnungszeiten

bibliothek st. martin
Martinstraße 38
3400 Klosterneuburg
Telefon: +43224326583
Web: http://www.bibliothek-stmartin.at
Mail: verleih@bibliothek-stmartin.at

Unsere Öffnungszeiten
Mo 15:00-18:00 Uhr
Mi 15:00-18:00 Uhr
So 09:30-11:30 Uhr

Juli & August Montag geschlossen

Die Bibliothek ist an Feiertagen nicht geöffnet

Schließen

Mediensuche

Medien suchen, vormerken und verlängern – ganz einfach über unseren Online-Katalog:

LITTERA web.OPAC (web-opac.at)

Schließen

Onlinebibliothek noe-book.at

Unsere eAngebote können Sie mit einer gültigen  Benutzernummer der Onlinebibliothek noe-book.at rund um die Uhr nutzen.
Sie haben noch keine noe-book.at Benutzernummer? Diese erhalten Sie während unserer Öffnungszeiten direkt in der Bücherei.
Hier gelangen Sie zur Onlinebibliothek:

noe-book.at

Schließen

Newsletter-Anmeldung

 
erstellt am 25.05.2026

„Das Land liest“ – Die Jahrhundertfrau: Ilse Helbich – 1923–2024

„Das Land liest“ ist eine Veranstaltungsreihe in Bibliotheken – eine Zusammenarbeit von Treffpunkt Bibliothek und Literaturhaus NÖ in Kooperation mit dem Archiv der Zeitgenossen. Wir freuen uns, dass wir für diesen literarischen Abend über die „Jahrhundertfrau“ Ilse Helbich ausgewählt wurden. Das Team der bibliothek st. martin lädt im Anschluss an die Würdigung der außergewöhnlichen Autorin und der Lesungen zum Gespräch bei einem Buffet.

»In Helbichs Unbestechlichkeit wohnt zugleich Poesie, denn dort, wo bei ihr abseits von Kitsch, Pathos und Verklärung das Schöne aufblitzt, wirkt es doppelt echt.« (Julia Kospach, Frankfurter Rundschau)

»Friederike Mayröcker prägte einmal das Wort vom ›besessenen Alter‹. Wir müssen uns damit abfinden, dass wir es mit einer rebellischen Generation der Unberechenbaren zu tun haben. Friederike Mayröcker, Martin Walser, Ilse Helbich, das sind alles Personen, die unsere Erwartung an ein würdiges, still gelegtes Alter nicht zu erfüllen bereit sind. Sie nehmen sich nicht rücksichtsvoll aus dem Spiel, um unsere Gedanken nicht zu gefährden, im Gegenteil, sie brechen mit voller Wucht in unser Bewusstsein, um uns mit Aufmüpfigkeit zu überraschen. Keine Spur von Gleichmaß, Bedächtigkeit, Nachsichtigkeit. Wir müssen uns nur an die Bücher von Ilse Helbich halten, um zu erfahren, dass der Teppich nicht dazu da ist, um Unerfreuliches darunter verschwinden zu lassen, sondern dass er sich im besten Fall zum Fliegen eignet.« (Anton Thuswaldner in seiner Laudatio anlässlich des 90. Geburtstags der Autorin)

»Ilse Helbichs Schreiben ist stark autobiografisch geprägt. Gefühle, wie Glück, Angst oder Scham werden wieder wach, nachempfunden in einer sehr feinen und klaren Sprache.« (Barbara Geschwinde, WDR3 Mosaik)

»Ilse Helbich war eine bemerkenswerte Erscheinung. Wenn sie von ihren Erfahrungen erzählte, war das nie in ein süßliches Licht getaucht, sondern es gab etwas Kristallines und Präzises und dennoch vermittelt sie eine starke Emotionalität.« (Maike Albath, DLF Büchermarkt)

»Ilse Helbich ist ein Phänomen.« (Wolfgang Huber-Lang, APA)

Zitate und Foto aus https://www.droschl.com/autor/ilse-helbich/

Alle Infos auf einen Blick

Wann:

17.09.2026 um 19:00 Uhr

Wo:

Albrechtsbergersaal
Martinstraße 38,
3400 Klosterneuburg
http://www.bibliothek-stmartin.at
uschi.swoboda@aon.at

Ilse Helbich

Ilse Helbich wurde in Wien als Tochter des Bauunternehmers Friedrich Carl Hartl (1896–1985) und seiner Frau Maria (1900–1987), geborene Seidl, geboren. Sie wuchs in Wien auf, besuchte dort die Schulen und studierte an der Universität Wien Germanistik, Philosophie und Geschichte. Das Studium schloss sie 1947 mit der Promotion ab. Anschließend absolvierte sie eine Buchhändlerlehre bei W. Krieg und eine Ausbildung zur Verlagskauffrau beim Springer-Verlag, bei dem sie nach der Lehrabschlussprüfung auch angestellt wurde.

Die Baufirma des Vaters stellte Fertighäuser aus Holz her („Hartl Haus“); nach dem frühen Tod ihres jüngeren Bruders Fritz Hartl (1927–1953) wäre Ilse daran interessiert gewesen, in die Firma einzutreten. Dies war jedoch in der streng patriarchalischen Weltordnung des Vaters undenkbar.

1951 heiratete sie den Rechtsanwalt und späteren Generalsekretär der österreichischen Industriellenvereinigung Franz Helbich (1924–2012) und gab ihre berufliche Tätigkeit auf, weil verheiratete Frauen in den großbürgerlichen Kreisen, in denen sie aufgewachsen war, nicht arbeiteten. Zwischen 1952 und 1963 brachte sie fünf Kinder zur Welt.

Das Schreiben war ihr immer wichtig; neben der Familie war sie in einer Art „Nebenerwerb“ für verschiedene Tageszeitungen tätig, unter anderem mit Beiträgen zu Wirtschaftsfragen und ab 1972 mit einer alle zwei Wochen erscheinenden Kolumne im Feuilleton der Tageszeitung Die Presse. Für den Österreichischen Rundfunk (ORF) verfasste sie Drehbücher für das Fernsehen (unter anderem für die Sendereihe Der Fenstergucker) sowie zahlreiche Radiobeiträge, ab Mitte der 1990er Jahre für die Sendereihe Diagonal auf Ö1.

1981 ließ sie sich von ihrem Ehemann scheiden und „tauscht noch im Alter ein Fortleben in konventionellen Erwartungen gegen den neuen Weg ins Offene ein“.[1]

1985 erwarb Ilse Helbich die Alte Post im Zentrum von Schönberg am Kamp und renovierte sie. Die Geschichte dieses Hauses, verwoben mit autobiographischen Elementen, schrieb Ilse Helbich, die sich erst Ende der 1980er Jahre der Prosa zuwandte, in dem Roman Das Haus (2009) nieder. Ihr erstes Buch, den autobiografischen Roman Schwalbenschrift mit dem Untertitel Ein Leben von Wien aus, hatte die damals bereits 80-jährige Autorin 2003 veröffentlicht.

Ilse Helbich lebte in Schönberg am Kamp und in Wien. Am 26. Jänner 2024 verstarb sie im Alter von 100 Jahren

aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Helbich