Großes Interesse an dem Roman „Dorf ohne Franz“ von Verena Dolovai
Die bibliothek st. martin lud am 28. Februar die Klosterneuburger Autorin zur Lesung in den Albrechtsbergersaal der Pfarre St. Martin. Das besonders zahlreich erschienene Publikum erfuhr in der Einführung durch die Bibliothekarin Uschi Swoboda, dass es der Roman nicht nur auf die „Shortlist Debüt“ des Österreichischen Buchpreises 2024 geschafft hat, sondern dass das Buch schon in dritter Auflage erschienen ist. Sie meinte, dass Frau Dolovais präzise Sprache vielleicht auch ihrer Ausbildung zur Juristin und Übersetzerin für Englisch und Italienisch geschuldet sei. Die Autorin schreibt – dank des Hans Weigel Literaturstipendium 2024/2025 des Landes NÖ – an ihrem zweiten Roman.
Obwohl Franz im Titel des Debütromans steht, ist Maria die Hauptfigur. Sie wächst in den 1960er Jahren mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf in Österreich auf. Franz, ihr jüngerer Bruder, ist der Liebling der Mutter. Er wird ausgezahlt und zieht in die Welt hinaus. Josef, der ältere, unterstützt den Vater und erbt den Hof. Maria unterschreibt eine Verzichtserklärung auf ihr Erbe und heiratet ins örtliche Wirtshaus ein. Sie ist angepasst, ohne eigenes Leben, pflegt den kranken Schwiegervater, kümmert sich um die demente Mutter, ist für alle da.
Im Gespräch mit der Autorin, die auf dem Land in Oberösterreich aufwuchs, und aus den von ihr gelesenen Textpassagen entsteht ein Bild der patriarchal geprägten örtlichen Strukturen, und der darin porträtierten drei Frauengestalten – Marias Mutter, Maria und ihre Tochter Lisa.
Im Anschluss an die Lesung signierte die Autorin viele Bücher, während das Team der Bibliothek St. Martin zu einem bäuerlichen Buffet ins Tönnchen lud.